Me-made-Mittwoch: Abbau des mütterlichen Stoffvorrates

Heute zeige ich eine Bluse mit Geschichte. Nicht die Bluse an sich oder der Schnitt sind das Spannende, sondern der Stoff, der viele Jahrzehnte im Stofflager meiner Mutter lag. Sie war es, die mich bereits als Kind für das Nähen begeisterte; sie gehört zu der Generation von Frauen für die das Nähen selbstverständlich zum Alltag gehörte.

Die Mütter meiner Schulfreundinnen konnten fast alle nähen, zumindst mehr oder weniger gut und mit unterschiedlicher Begeisterung. Meine Mutter nähte in den 70er/80er Jahren fast ihre gesamte Garderobe selbst und sie hatte an den Wochenenden immer ihr Maßband um den Hals und diverse Stecknadeln im Mund. Es war damals für Frauen, die größer oder kleiner waren als der Durchschnitt fast unmöglich, passende Kleidung zu finden. Kurz- oder Langgrößen waren unbekannt und so entstand ihre Garderobe.

Da sie immer viele Ideen im Kopf hatte, wuchs auch der Stoffvorrat stetig und da sie irgendwann nicht mehr so viel nähte, lagen die Stoffe viele Jahre im Keller bis ich mir dann bei einem Besuch ein paar heraussuchen und mitnehmen durfte. Die meisten Stoffe sind trotz ihres Alters immer noch schön und zeitlos. Und so habe ich mir dann im letzten Jahr diese Schluppenbluse nach Burdamodell (Oktober 2011, 128 ) genäht. Sie war einfach zu nähen.




Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen noch weitere Blusen nähen werde. Stoffe liegen zu Hauf hier bereit. Ich mag Blusen mit floralen Mustern gern, denn sie lockern ein Büro-Outfit ein wenig auf. 

Der MMM wird heute von Elke im spektakulären Statement-Sommerkleid moderiert. Beim heutigen MMM findet Ihr weitere schöne Herbsmodelle.

Kommentare

  1. Ich teile deine liebe und deine meiung zu den büro blusen voll und ganz!
    eine wunderschöne bluse hast du dir genäht.
    ich speichere das modell sofort auf emine to sew list:-) danke!

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  2. Schöne Bluse, gefällt mir sehr gut!
    LG Carolin

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  3. Eine tolle Bluse mit einer tollen Geschichte. Meine Ma hat früher auch genäht - mal mehr, mal weniger. Aber dafür dann auch gestrickt, gehäkelt, genäht...ich finde es immer wieder toll, dass wir da so gemeinsame Interessen haben, die uns verbinden. Nur ein Stofflager zum Aussuchen, das hat sie nicht. Da könnte sie sich eher bei mir bedienen... ;)

    Liebe Grüße
    Julia

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  4. Was für ein schönes Stöffchen; das dezente Muster ist richtig klasse. Niemand würde vermuten, dass dieser Stoff jahrelang im Keller lagerte und die Bluse daraus sieht klasse aus.
    LG von Susanne

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  5. Sieht toll und wirklich gelungen aus! Steht dir hervorragend deine Bluse.
    LG sylvie

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  6. Schöne Bluse und eine schöne Geschichte!
    Ich habe selbst eine Bluse im Schrank, die ich aus einem geerbten Stoff genäht habe. Ich finde es schön, dass man immer auch einen Gedanken an denjenigen schickt, von dem man den Stoff bekommen hat, wenn man die Bluse anzieht.

    Viele Grüße
    Friedalene

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  7. Ja, als ich gerade Deine Geschichte las, dachte ich, wieso weiß die Nähkatze, wie meine Mutter früher rumlief? Ja, ich glaube, für einige von uns war es ein alltägliches Bild, die Mutter so zu sehen. Meine Mutter war eine große, stattliche Frau (früher nannte man das so - da war man nicht dick) und bekam kaum Kleidung von der Stange. So nähte sie sich ihre Kleidung und die für uns Kinder natürlich selbst. Das Nähen hatte sie sich bei ihrer Mutter abgeschaut und ich habe es mir bei meiner Mutter abgeschaut. Auch meine Kinder haben mich so erlebt, mit Stecknadeln im Mundwinkel und das Massband um den Hals und heute erleben es meine Enkelkinder so bei mir und finden das toll. Wenn die Kleinen hier bei uns sind, laufen sie auch so rum. Nur die Stecknadeln, die dürfen sie nicht in den Mund nehmen. Aber sie sitzen über meinen Stoffresten und überlegen, was sie daraus machen könnten. Und es kommt ganz brauchbares dabei rum. So wiederholt sich alles.
    Aber nun zu Deiner Bluse. Sie sieht toll aus und Du trägst ein Stück "Mama" mit Dir rum. Finde ich schön, diesen Gedanken.
    In diesem Sinne, liebe Grüße
    Epilele-Unikat.de

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