#MeMadeMittwoch im November mit Jacke Jan

 


Hallo und guten Tag, vor zwei Wochen habe ich mich in guter Gesellschaft (und hier meine ich nicht meine Elna) ins Kloster Heilsbronn begeben und wir haben ein Wochenende durchgenäht. Die Zeit war auch nötig, weil mein Projekt ein wenig aufwändig war. Ich habe die Jacke Jan von Sewingmachina genäht. Hierbei handelt es sich um eine XL-Jeansjacke, die es in zwei Längen gibt. Ich habe mich für die lange Version mit kleinen Taschen oben und zwei großen unten entschieden. Was die Jacke so aufwändig gemacht hat, war die Versäuberung der Nähte. 


Ihr erinnert Euch vielleicht noch an die Outdoorjacke von Melanie aka 500 Days of Sewing, die sie aus einem Oilskin (Weight Waxed Cotton von Mind the Maker) gefertigt hatte. Da mir der Stoff so gut gefiel, hatte ich ihn mir anschließend gleich in einem dunklen Jeansblau (oder Arbeitsjackenblau ?) bestellt. So lag er eingerollt bei mir im Schrank. Nachdem ich mich nach vielen Monaten endlich für den Schnitt entschieden hatte, habe ich mir ein paar Gedanken zum Innenleben gemacht. Erst wollte ich ein Futter nähen, damit sich das Fett des Stoffes nicht auf Pullover oder Bluse überträgt. Melanie meinte allerdings, dass das gar nicht nötig sei. Also dachte ich über das Versäubern mit gekauftem Schrägband nach, das mir aber überhaupt nicht gefiel und zum Zuschneiden eines Bandes war ich zunächst zu faul.


Ohne konkreten Plan fuhr ich ins Kloster und traute meinen Augen nicht als ich auf dem Tauschtisch ein altes Stoffschätzchen von mir entdeckte, das ich vor vielen vielen Jahren in Paris gekauft und dann für eine Bluse und einen Teil eines Outdoormantels verwendet hatte. Jahre ist es her. Der Rest landete auf dem Tauschtisch in Köln (vor 8 Jahren?), wo ihn Elke in ihre Obhut nahm. Da Elke keine Verwendung für das karierte Reststück hatte, konnte ich ihn jetzt für die innere Passe (ist im Schnitt nicht vorgesehen, aber es gefiel mir einfach zu gut) und die Schrägstreifen für das Hong-Kong-Finish verwenden. 

Dieser Aufwand - und natürlich auch die vielen schönen Gespräche im Kloster - dauerten das Wochenende, sodass ich letztendlich mit einer nur zu 90% fertigen Jacke Nachhause fuhr. Da ich aber mittlerweile meinen Nähflow wieder erlangt hatte, habe ich die Jacke nach meiner Rückkehr sofort zu Ende genäht. Es fehlten noch Knopflöcher und die Knöpfe. Letztere habe ich mit Gegenknöpfen stabilisiert, damit das Material nicht ausreißt. Ich habe keine Einlage verwendet, weil ich diese nicht aufbügeln konnte.



Der Schnitt gefällt mir sehr gut. Er ist lässig, aber nicht extrem oversized. Bei der Größenauswahl habe ich mich an die angegebenen Körpermaß gehalten. Es passt locker noch ein dicker Pullover drunter, sodass ich jetzt bei kälteren Temperaturen und vor allem nassem Wetter gut eingepackt bin. Der Stoff, der am Anfang sehr steif war, ist mittlerweile deutlich weicher geworden, allerdings sind die Knicke, die das Material durch die Lagerung hatte, verschwunden und ein leichter Used-Look ist geblieben. Ich gespannt, wie sich das Material weiter verhält.

Und jetzt springe ich zum Memademittwoch, wo Dana ihre gut sitzende Jeans samt Oberteil vorstellt. 



Kommentare

  1. Eine spannende Jacke, aber noch spannender die Geschichte der Stoffreise, dieser passt perfekt. LG Anja

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  2. Das nenne ich mal die Vollendung eines Kreises. Nach 8 Jahren kommt der Stoffrest genau zum richtigen Moment zu dir zurück. Der Karostoff innen macht die Jacke erst so richtig besonders. An Oilskin habe ich mich noch nicht gewagt, lese aber immer die Berichte über die Verwendung. Und ein Stück Oilskin in einem wunderbaren Gelb lagert auch bereits gut ab. Bald bin ich dann auch soweit. Deine Jacke jedenfalls ist gut gelungen, ich bin auf weitere Berichte zum Verhalten des Oilskin gespannt.
    Liebe Grüße, heike

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    1. Ich habe tatsächlich lange hin und her überlegt, da ich gerne ein Material vernähen wollte, dass dem der schottischen Öljacken ähnelt, aber nicht so viel Fett abgibt.

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  3. Der Stoffzufall ist wirklich schön und vor allem passt das Karo wunderbar zur Außenjacke. Du und deine schöne Elna habt da gute Arbeit geleistet :)
    Grüße, Tina

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    1. Meine kleine Maschine ist wirklich sehr zuverlässig und erleichtert mir das Reisen zu den Nähwochenenden ungemein.

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  4. Ach wie schön: Oilskin mal in Blau, meistens sieht man Brauntöne... Der Schnitt im Worker Style passt prima zum "Arbeitsjackenblau". Mindestens genau so schön wie die Jacke finde ich die Geschichte, dass ein Stoff nach acht Jahren zu Dir zurückkehrt und seine Bestimmung findet. Wie cool ist das denn bitte! Liebe Grüße Manuela

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    1. Ja, es war wirklich eine gute Fügung und ich bin Elke immer noch sehr dankbar, dass sie ihn so lange für mich gehortet hat.

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  5. So schliesst sich ein Kreis, der karierte Stoff ist das I-Tüpfelchen. Passt wunderbar zum Jackenstoff.
    LG Bella

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    1. Ja, ich fand es wirklich lustig. Vor allem, weil ich beim Zuschnitt an den karierten Stoff gedacht habe, hätte aber im Leben nicht damit gerechnet, dass der Reststoff noch irgendwo existiert.

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  6. Ich bin fasziniert, wie viele Jacken du schon so genäht hast - und eine professioneller als die andere. Diese erinnert mich tatsächlich an die Arbeitsjacke meines Großvaters. Ich scheue immer den Aufwand vom Nähen einer Jacke - vielleicht sollte ich mich auch mal wieder zu einem Nähwochenende anmelden.

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    1. Jacken, Mäntel und Jeans gehören mittlerweile zu den von mir am häufigsten genähten Stücken. Ich mag es eben auch, dickere Stoffe zu vernähen. Schwer sind die nicht, das bekommst du locker auch an einem WE hin.

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  7. Tolle Jacke!
    Gerne würde ich einen Langzeit-Tragebericht zum Material von dir lesen. Finde Oilskin irgendwie sehr spannend, trau mich aber nicht richtig ran, weil ich das MAterial nicht einschätzen kann.
    Mit dem Schnitt liebäugle ich auch schon - insgesamt bleibe ich in letzter Zeit sehr häufig an Sewingmachina hängen. Irgendwie finden sich da aktuelle Schnittmuster, die dennoch auch zeitlos funktionieren können.
    LG Miriam

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    1. Es gibt beim Oilskin so viele unterschiedliche Varianten, dass ich auch immer ein bisschen überfordert war. Ich wollte einen vernähen, der den schottischen Oilskinjacken ähnlich ist. Aber ganz so gewachst ist er dann doch nicht. Das Material ist mittlerweile schön weich, hat aber noch genug stand, ähnlich wie ein Jeansstoff.

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  8. Tolle Jacke und eine sehr schöne Geschichte drum herum. Interessant die Sache mit dem Tauschtisch. Das finde ich richtig gut. Dein Innenleben sieht sehr gut aus. Deine Aussage zum Verhalten des Stoffes liest sich interessant, weil ich kann mir das nicht so richtig vorstellen. Es scheint aber dann doch zu funktionieren. Neu ist der Stoff ja ziemlich steif ;) LG Birgit von massgenommen

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